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Kiliani-Wallfahrtswoche

Geschichte der Kiliani-Wallfahrt

Wie in den ersten Jahrzehnten nach dem gewaltsamen Tod im Jahr 689 das Gedächtnis an Bischof Kilian und seine Gefährten gefeiert wurde, ist nicht bekannt. Im Jahr 788 wurden im Beisein von Karl dem Großen die Reliquien in den über der Fundstelle errichteten Dom überführt. Seit dem 8. Jahrhundert gilt der 8. Juli als Festtag der Frankenapostel.

Der Brauch, dass Pfarreien aus dem ganzen Bistum in Prozessionen alljährlich das Grab der Märtyrer besuchen, wurde 1127 unter Bischof Embricho auf acht Tage ausgedehnt. Die Ablassverleihung durch Papst Bonifaz IX. im Jahr 1401 gab den Kiliansfeiern starken Auftrieb.

Die Reliquien der Frankenapostel werden im Jahr 2009 feierlich über die alte Mainbrücke in den Kiliansdom überführt.
Eröffnung der Kiliani-Wallfahrtswoche 2009: Die Häupter der Frankenapostel werden feierlich über die alte Mainbrücke in den Kiliansdom gebracht.
Da zahlreiche Gläubige einmal im Jahr zu Ehren des Heiligen Kilian nach Würzburg kamen, entstanden rund um die kirchlichen Feierlichkeiten weltliche Veranstaltungen wie Markt und Kilianimesse.

Mit dem Untergang des Hochstifts Würzburg 1803 verschwand das Kiliansfest. Seit den napoleonischen Kriegen waren die Reliquien der Frankenapostel verschollen. Nachdem sie 1849 wiederentdeckt wurden, kam es zu einer Neubelebung der Kiliansverehrung.

Unter Bischof Matthias Ehrenfried erhielt die Kilianiwoche ihre heutige Form. Seit 1935 pilgern Christen aus den einzelnen Dekanaten an verschiedenen Wochentagen nach Würzburg. Im Sommer 1949 überführte Bischof Julius Döpfner die Kiliansreliquien aus Gerolzhofen, wohin sie während des Kriegs gebracht worden waren, in das notdürftig hergerichtete Neumünster.

Nach der Wiedereröffnung des Doms führte die feierliche Reliquienprozession zum Auftakt der Kiliani-Wallfahrtswoche vom Neumünster durch die Innenstadt zur Kathedralkirche. Erstmals 2007, mit dem Beginn der Renovierungsarbeiten an der Neumünsterkirche, startete die Reliquienprozession in der Pfarrkirche Sankt Burkard. Von dort aus werden die Häupter der drei Frankenapostel über die alte Mainbrücke und durch die Domstraße in den Kiliansdom gebracht.

Während der Kiliani-Wallfahrtswoche gibt es Gottesdienste für sämtliche Dekanate im Bistum oder für Zielgruppen, wie Schüler und Ehrenamtliche, Kranke, Jugendliche und Ministranten, Priester und Ordensleute, Arbeitnehmer, Polizeibeamte oder Lehrkräfte und Politiker. Den größten Ansturm an Besuchern erlebt der Dom regelmäßig beim Gottesdienst der Ehejubilare, der seit 2008 stattfindet. In den Tagen der Kiliani-Wallfahrt pilgern jährlich rund 17.000 Menschen zu Fuß, per Rad oder mit dem Schiff nach Würzburg. Den traditionellen Abschluss der Kiliani-Wallfahrtswoche bildet der Internationale Familiensonntag.