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„Ob Gott auch schläft?“

Insgesamt rund 1000 Teilnehmer beim Kiliani-Tag der Kindergärten – Prozession von Sankt Burkard in den Kiliansdom – Kinder aus Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie aus der Region Kitzingen – Junge Forscher suchen gemeinsam mit Bischof Jung nach Gott

Würzburg (POW) „Das ist eine ganz große Freude für mich, so viele kleine Franken auf einmal zu sehen!“ Fast 800 Kinder und ihre Begleiter begrüßt Bischof Dr. Franz Jung am Kiliani-Tag der Kindergärten am Freitag, 13. Juli, im Kiliansdom. Aus den Kindergärten in Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie aus der Region Kitzingen sind sie nach Würzburg gekommen, um sich gemeinsam mit dem Bischof auf die Suche nach Gott zu machen. In der Wort-Gottes-Feier wie auch zuvor bei der Statio in der Pfarrkirche Sankt Burkard erklären die Kinder in Bildern und kurzen Szenen, wo man überall Gott finden könne, wenn man Augen und Ohren offen halte. Dabei geht es auch um so wichtige Fragen wie: „Ob Gott auch schläft?“

Die Feier beginnt in der Pfarrkirche Sankt Burkard auf der anderen Mainseite. Manche Menschen seien abergläubisch und würden sich vor dem Datum „Freitag der 13.“ fürchten, sagt Domkapitular Clemens Bieber zu den Kindern. „Aber wir sind heute zusammengekommen, weil vor über 1300 Jahren Menschen aus Irland kamen und die Botschaft gebracht haben, dass Gott bei uns ist und wir uns vor nichts und niemandem fürchten müssen.“ Dann machen sich alle gemeinsam auf die Suche nach Gott. Die Kinder hatten sich im Vorfeld der Wallfahrt Gedanken gemacht, wo sie Gott finden können. Der Kindergarten Sankt Maria (Dettelbach) etwa bringt ein selbst gemaltes Plakat nach vorne. „Ein Baum ist so groß wie Gottes Liebe“ war darauf zu lesen, oder „Gott ist ein Herz“. „Ob Gott auch schläft?“, fragt sich Leo vom Kindergarten Sankt Sebastian (Dettelbach) und gibt gleich selbst die Antwort: „Ich bin der Meinung ja, denn er ist müde vom ganzen Tag.“ Sein Bild zeigt den Mond, umgeben von vielen leuchtenden Sternen. „Gott hat alles erschaffen was ich liebe“, erklärt Clara. In ganz vielen kleinen Dinge stecke etwas Großes, hat Regina vom Kindergarten Sankt Josef (Röthlein) entdeckt.

Dann taucht auf einmal ein Forscher mit Rucksack und einer großen Lupe auf. „Ich bin mitten auf einer Entdeckungsreise. Ich erforsche die Welt und die vielen Dinge darin“, erzählt er den Kindern. Er begleitet sie von Sankt Burkard über die Alte Mainbrücke zum Dom. Rund 30 Helfer von der Caritas sind im Einsatz und reichen den jungen Pilgern Brötchen zur Stärkung. In einem schier endlosen Zug ziehen die Kinder und ihre Begleiter in den Dom ein. Am Hauptportal wartet schon Bischof Jung und besprengt sie mit Weihwasser. Im Dom rutschen die Kleinen neugierig auf ihren bunten Kiliani-Sitzkissen bis in den Altarraum vor. Dort zeigen die fünften Klassen der Sankt-Ursula-Schule in kleinen Szenen, wo man Gott überall finden kann. Der Naturforscher findet ihn in der Schönheit der Blumen, der Psychologe bei den Menschen und der Security-Mann in seiner Arbeit als Beschützer. Zum Schluss tritt ein „Lebenskünstler“ auf: „Ich lasse mich überraschen und bin offen für alles.“

„Was sind Sie denn für ein Forscher?“, will Liturgiereferentin Ruth Weisel dann von Bischof Jung wissen. „Ich bin ein Hirte“, antwortet dieser. Die Kinder wissen genau, was ein Hirte macht. „Er hütet Schafe und beschützt die Kinder“, antworten sie. Denn Schafe können gestohlen werden, sich verlaufen oder vom Wolf gefressen werden. „Er geht vorne, weil er der Chef ist!“, ruft ein Junge laut und bringt den Bischof damit zum Lachen. „Der Hirte geht manchmal vorne her“, bestätigt Bischof Jung. „ Aber manchmal muss er auch hinterher gehen, damit kein Schaf zurückbleibt, und manchmal muss er in der Mitte gehen, damit alles zusammengehalten wird. Das ist mein Beruf – der Hirte.“

Dann erzählt Bischof Jung, wo er Gott schon gefunden habe. „Man findet Gott immer dann, wenn einem etwas geschenkt wird“, erklärt er und zählt auf: „Wir haben den Tag nicht gemacht, wir bekommen die Zeit geschenkt. Deswegen beten wir am Morgen und am Abend, wenn wir die Zeit zurücklegen in Gottes Hand.“ Dasselbe gelte auch für das Essen und das Gebet davor. „Es ist jemand da, der sich um uns sorgt und um uns kümmert.“ Und auch im Beten könne man Gott finden, erklärt der Bischof. „Das ist der Ort, wo wir Menschen uns in die Gegenwart Gottes stellen.“

Die Feier endet mit dem gemeinsamen Vaterunser und dem Lied „Der Segen Gottes“. Anschließend erteilen der Bischof und die anwesenden Priester und Diakone aus den Heimatgemeinden der Kinder den Kleinen einzeln den Segen. Viele Kinder und auch Erwachsene schauen sich den Schrein mit den Häuptern der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan ganz genau an. „Er ist uns kostbar, weil er an drei Menschen erinnert, die uns den Glauben vorgelebt haben“, hatte der Bischof zuvor erklärt. Man finde Gott in diesen Vorbildern, in Menschen, die zeigen, wie man gut in dieser Welt leben könne.

Studenten der Würzburger Fachakademie für Sozialpädagogik Sankt Hildegard begleiten die Statio wie auch die Wort-Gottes-Feier musikalisch. Während der Prozession singt zudem ein Chor der Sankt-Ursula-Schule vor dem Spitäle für die Kinder.

Auf dem Kiliansplatz werden Lunchpakete und Getränke an die jungen Pilger ausgeteilt. „Ich fand gut, dass so viele Kinder da waren“, sagt Louis. Der Sechsjährige kam mit dem Kindergarten Sankt Maria (Dettelbach) nach Würzburg. Sein Freund Jonas freut sich über die Musik: „Dass wir so viele Lieder gesungen haben, fand ich toll!“ Am besten hat ihm das Lied „Einfach spitze“ gefallen.

Auch aus Dettelbach, aber mit dem Kindergarten Sankt Sebastian, kamen Leonhard, Leonie und Clara zur Wallfahrt. Am meisten beeindruckt ist der sechsjährige Leonhard vom Einzug in den Dom: „Das war toll, weil die Glocken ganz laut geläutet haben.“ Leonie war beim Einzug etwas ganz anderes aufgefallen: „Das Weihwasser vom Bischof, da wurde man ganz nass.“ Im Dom angekommen, freute Clara sich über die Aufführung der „großen Kinder“.

Carolin Hasenauer und Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)

(2918/0710; E-Mail voraus)

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