Würzburg (POW) Bei einer Feierstunde im Würzburger Burkardushaus haben am Freitag, 10. Juli, Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe, Leiterin der Hauptabteilung Bildung und Kultur, und Leitender Schulamtsdirektor Jürgen Engel, Leiter der Abteilung Schule, die Religionslehrkräfte im Kirchendienst Roland Bauer, Winfried Bauer, Helga Kiesel und Marianne Oßwald in den Ruhestand verabschiedet. Auch im Namen von Bischof Dr. Franz Jung dankten sie ihnen für den langjährigen Einsatz. „Sie waren im Schuldienst das Gesicht von Kirche.“
„Sie haben Generationen von Schülerinnen und Schülern begleitet, ihnen Fragen nach Sinn und Glauben eröffnet, Hoffnung geweckt und Mut gemacht ‒ gerade auch in Zeiten, die nicht einfach waren“, erklärte Schrappe. Die aktuelle Kiliani-Wallfahrtswoche stehe wie auch der zurückliegende 104. Deutsche Katholikentag unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“. In der Schulpastoral gehe es darum, Menschen zu ermutigen, damit sie wieder aufstehen und ihr Leben gestalten. Das hätten die Lehrkräfte getan, beispielsweise indem sie an Förderschulen Kindern mit Einschränkungen den Rücken stärkten. „Mit Geduld, Offenheit und persönlichem Engagement haben Sie Werte vermittelt, Brücken gebaut und vielen jungen Menschen Orientierung geschenkt.“ Für den Ruhestand wünschte Schrappe den scheidenden Lehrkräften, dass sie Orte finden, wo ihr Herzblut und ihre Kompetenz weiter gebraucht werden.
Für die Mitarbeitervertretung (MAV) überbrachte Religionslehrer im Kirchendienst Guido Spahn Dank und gute Wünsche. Vieles vom jeweiligen Wirken der vier Lehrerpersönlichkeiten lasse sich nicht in Noten, Statistiken oder Stundenplänen messen. „Es lebt weiter in Begegnungen, in Erinnerungen, in Worten, die im richtigen Moment Trost geschenkt haben, und vielleicht in einer Entscheidung für den Glauben oder ein verantwortungsbewusstes Leben“, sagte Spahn.
In einer Reflexionsrunde erklärten die künftigen Ruheständler, sie hätten den Arbeitgeber Kirche immer als unterstützend und Freiräume ermöglichend erlebt. Dankbar zeigten sie sich zudem für die kollegiale Dienstgemeinschaft über die Jahrzehnte. Sie äußerten sich aber auch besorgt um die Zukunft des Religionsunterrichts, da nicht überall Nachfolger in Sicht seien. Schulreferent Engel würdigte die vielfältigen Verdienste der vier Personen.
Roland Bauer (63) blickt auf eine jahrzehntelange Laufbahn im kirchlichen Schuldienst zurück. Nach seinem Studium der Theologie legte er im Juni 1991 in seiner Geburtsstadt Würzburg die zweite Dienstprüfung für Religionslehrer im Kirchendienst ab und erhielt die Missio canonica. Sein Weg führte ihn ab 1995 zunächst für eine dreijährige Ausbildungsphase in den Dienstvertrag, der 1998 in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis überging. Über die Jahre war Bauer an zahlreichen Schulen der Region im Einsatz – von der Volksschule Güntersleben über die Realschule Hösbach bis hin zu verschiedenen Grund- und Förderschulen. Im März 2020 beging er sein 25. Dienstjubiläum. Obwohl er zum 1. Januar 2026 offiziell die Altersgrenze für den Renteneintritt erreichte, unterrichtet er im aktuellen Schuljahr 2025/26 weiterhin an der Grundschule Lengfeld.
Der Lebenslauf von Winfried Bauer (65) zeichnet sich durch eine fundierte und vielseitige theologische Ausbildung aus. Neben Kursen bei „Theologie im Fernkurs“ absolvierte er ein Diplomstudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz, welches er im April 2020 mit dem akademischen Grad „Magister der Theologie“ abschloss. Seine feste Anstellung als Religionslehrer im Kirchendienst begann nach der Ausbildung 1995 und mündete 1998 in ein unbefristetes Dienstverhältnis, zeitgleich mit dem Erhalt der Missio canonica. Nach einer mehrjährigen Phase des Sonderurlaubs zwischen 2010 und 2016 kehrte er in den Schuldienst zurück. Bauers jahrzehntelange Unterrichtserfahrung erstreckt sich über zahlreiche Grund-, Haupt- und Mittelschulen der Region. Obwohl sein Renteneintritt bereits auf den 1. November 2025 datiert ist, unterrichtet er aktuell an der Josef-Greising-Berufsschule in Würzburg.
Helga Kiesel (66), geboren in Mindelheim (Bistum Augsburg), verbindet in ihrer Biografie soziale Arbeit und kirchliches Engagement auf besondere Weise. Nach ihrem Abschluss als Diplom-Sozialpädagogin an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt im Sommer 1982 startete sie im Herbst desselben Jahres als Schülerinnenreferentin im Bischöflichen Jugendamt. Sie bildete sich stetig weiter, schloss 1998 eine Ausbildung in Seelsorglicher Beratung ab und absolvierte 2004 den religionspädagogisch-katechetischen Kurs bei „Theologie im Fernkurs“. Im März 2004 wechselte Kiesel als Assistentin des Hauptabteilungsleiters in die Schulabteilung des Bischöflichen Ordinariats und wirkte dort zudem als Referentin für Schulpastoral. Parallel sammelte sie zwischen 2003 und 2010 Lehrerfahrung an verschiedenen Schulen, legte 2006 die zweite Dienstprüfung ab und erhielt die Missio canonica. Ihr breites Fachwissen brachte sie ab 2012 auch im Fachbeirat für Präventionsarbeit ein. Nach einer beeindruckenden Dienstzeit – 2022 feierte sie ihr 40. Dienstjubiläum – steht für Kiesel zum 31. Juli 2026 der Renteneintritt bevor.
Marianne Oßwald (66), geboren in Stommeln, begann ihren kirchlichen Dienst 1984 in der Erzdiözese Köln als Gemeindeassistentin. Nach dem Erhalt der Missio canonica und der zweiten Dienstprüfung zur Gemeindereferentin im Jahr 1986 zog es sie nach Franken. Im Herbst 1987 trat sie ihren Dienst als Gemeindereferentin in der Diözese Würzburg an. 1991 wechselte Oßwald als Religionslehrerin im Kirchendienst dauerhaft in den Schuldienst. Seither wirkte sie an den unterschiedlichen Schulformen der Region, darunter Förderschulen, Grund- und Mittelschulen sowie Fachakademien und Gymnasien. Im Februar 2024 blickte sie auf 40 Jahre im kirchlichen Dienst zurück. Aktuell ist sie am Dr. Karl-Kroiß-Förderzentrum in Würzburg tätig. Zum 31. Juli 2026 geht sie in den Ruhestand.
mh (POW)
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