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Die Frankenapostel und den neuen Bischof besucht

Familiensonntag zum Abschluss der Kiliani-Wallfahrtswoche – Festwoche und vorausgehende Tage der Ehejubilare locken mehr als 18.000 Gläubige in den Dom und das Neumünster

Würzburg (POW) Mit dem Familienfest rund um den Kiliansdom ist am Sonntag, 15. Juli, die Kiliani-Wallfahrtswoche 2018 zu Ende gegangen. Das Psalmwort „Gott, mein Gott bist du, dich suche ich“ prägte als Motto die Wallfahrtstage. Jesus habe gesagt, dass alle Menschen Kinder Gottes sein sollen, sagte Bischof Dr. Franz Jung beim Abschlussgottesdienst im Kiliansdom mit rund 1400 Gläubigen. „Wir wollen heute unsere drei Frankenapostel bitten, dass sie uns zu neuen Kindern Gottes machen, die genau hinhören, was der Herr zu sagen hat. Und die dann auch bereit sind, diesem Wort Gottes zu folgen.“ Beim anschließenden Familienfest rund um den Kiliansdom betonte der Bischof mit Bezug auf den Anker in seinem Wappen: „Es ist wichtig, dass wir in dieser Welt verankert sind und wissen, was die Menschen umtreibt.“ Für Bischof Jung, der am 10. Juni die Bischofsweihe empfing und das Bistum übernahm, war es die erste Kiliani-Wallfahrtswoche.

„Das ist zwar ein weiter Weg, aber den nehmen wir gerne auf uns. Der Gottesdienst ist immer ergreifend und schön!“ Dieser Satz eines Ehepaars aus Wittershausen (Landkreis Bad Kissingen) traf auch heuer wieder auf die vielen Gottesdienste der Festwoche zu. Insgesamt kamen während der Wallfahrtswoche und an den vorgeschalteten Treffen der Ehejubilare über 18.000 Menschen in den Kiliansdom und das Neumünster. Erneut gab es einen Tag für die Kommunionkinder aus dem Bistum, zu dem allein rund 2000 Kinder inklusive Begleitern kamen. Die im Dom aufgestellten Häupter der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan zogen die Katholiken aus allen Regionen des Bistums Würzburg an. Viele nutzten zudem die Gelegenheit, den neuen Bischof einmal live zu erleben. Gottesdienste für Kommunion- und Kindergartenkinder, Politiker und Ratsmitglieder, Mitarbeiter der Caritas, Seelsorger, Marktkaufleute und Schausteller, Handwerker und Arbeitnehmer, Ordens- und Missionsleute, Einsatzkräfte und Notfallseelsorger sowie Aussiedler und Vertriebene nahmen besondere Interessensgruppen in den Blick.

Beim Pontifikalgottesdienst zum Familiensonntag machte sich Bischof Jung mit den Kindern auf die Suche nach Gott. Gemeinsam überlegten sie, was der alte Eli und der kleine Samuel aus der Lesung wohl gedacht haben könnten, als Gott den Samuel mitten in der Nacht rief. „Am Anfang war Eli erst besorgt, beim zweiten Mal vielleicht sogar ein bisschen verärgert, und beim dritten Mal, da ist er richtig hellhörig geworden“, erzählte der Bischof den Kindern. „Er hat gemerkt, dass der liebe Gott den kleinen Samuel gerufen hat.“ Gott rufe die Jungen, weil die noch hinhörten. „Samuel war aufmerksam, und er konnte noch hören, wenn Gott ruft.“

„Ihr müsst werden wie die Kinder“, habe Jesus gesagt. Bischof Jung erklärte dazu: „Kinder, die den Ruf des Herrn hören und die neue Familie Gottes in dieser Welt werden, die noch die Fantasie haben, dass sich etwas verändern kann, und die Sehnsucht, dass sich die Welt verändert.“ Und zwar da, wo die Alten nicht mehr hörten und nicht mehr glaubten, dass etwas Neues komme, sagte Bischof Jung. „Mit denen, die Gott suchen, wird der Herr die Welt verwandeln.“ Die Band „Joy“ aus Blankenbach begleitete den Gottesdienst musikalisch.

Nach dem Gottesdienst begann das Fest der Familien rund um den Kiliansdom und das Burkardushaus. Auf einer Bühne auf dem Kiliansplatz stellten die Verbände im Bistum Würzburg dem Bischof ihre Aufgaben und Ziele vor. Auch für ihn hatten sie Aufgaben dabei. So ließ beispielsweise die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Bischof Jung aus einem Memory-Spiel Wortpaare wie „Familien-Zeit“ oder „Wahl-Freiheit“ heraussuchen, die Caritas hatte ein Quiz vorbereitet, und der Katholische Deutsche Frauenbund lud zu einem Bobbycar-Wettrennen ein, das die beiden jungen Kontrahentinnen des Bischofs haushoch gewannen. Zauberer Norbert Edelmann fand in Bischof Jung einen hervorragenden Assistenten, der gutgelaunt jeden Trick mitmachte. Zum Abschluss des Familiensonntags wurde der Schrein mit den Häuptern der Frankenapostel feierlich wieder im Altar des Kiliansdoms platziert.

Blick auf die gesamte Kiliani-Wallfahrtswoche

Sozial-karitatives Engagement und Seelsorge müssten in Zukunft enger zusammengedacht werden als das bisher der Fall sei. „Damit es möglich wird – im Blick auf mein Wappen gesprochen –, dass unsere Gemeinden die wahren christlichen Ankerzentren werden. Die Orte, an denen die Not der Menschen nicht ungehört verhallt, sondern sich helfende Hände öffnen“, legte Bischof Jung während der Wallfahrtswoche den Wallfahrern wiederholt ans Herz. In den Predigten griffen er und Weihbischof Ulrich Boom das Wallfahrtsmotto „Gott, mein Gott bist du, dich suche ich“ immer wieder auf und lenkten den Blick auf weitere aktuelle gesellschaftliche Fragen.

Mit der Reliquienprozession von Sankt Burkard zum Kiliansdom begann die Festwoche in diesem Jahr am Morgen des ersten Festsonntags. Auch eine Delegation aus Kilians Heimatort Mullagh in der Grafschaft Cavan feierte den Gottesdienst mit. Zum Auftakt gestalteten am Samstagabend die Junge Domkantorei Würzburg und die Cappella Lacensis aus Maria Laach sowie Domorganist Professor Stefan Schmidt unter der musikalischen Leitung von Domkantor Alexander Rüth einen „Choral Evensong“. Offiziant und Prediger im Neumünster war Benediktinerpater Philipp Meyer aus Maria Laach. In seiner Ansprache betonte er, dass Christen dazu aufgefordert seien, immer wieder Zeugnis von ihrem Glauben zu geben.

Bischof Jung warnte beim Gottesdienst für Politiker und Räte davor, nur den Eigennutz im Blick zu haben. Die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan hätten bei ihrem Missionseinsatz nichts für sich gewollt. Zudem kritisierte er die derzeitigen Abschottungstendenzen in Europa. Die Frankenapostel hätten ganz bewusst ihre kleine Insel Irland verlassen, um anderen Anteil zu geben an der Hoffnung, die sie selbst trug. „Man könnte sagen: Kilian und seine Gefährten gehörten zu den ersten überzeugten Europäern. Wir erleben derzeit ein Europa, das so ganz anders tickt. Der ursprüngliche Plan eines Europa als große Solidargemeinschaft scheint zu erlahmen.“

Weihbischof Boom erzählte beim Gottesdienst mit Kommunionkindern aus der gesamten Diözese von der besonderen Freundschaft, die Jesus jedem Einzelnen anbietet, und schlug einen Bogen zu den zu diesem Zeitpunkt noch in einer Höhle in Thailand eingeschlossenen Jugendlichen. „Ihr seid nicht allein, selbst wenn das Leben so dunkel wird wie bei den jungen Menschen in der Höhle in Thailand.“ Das gehe auch Erwachsenen manchmal so. Wenn man Angst habe oder mit seinem Glauben nicht ganz ernst genommen werde, dann sage Gott: „Ich bin bei dir. Gott geht mit uns und er verlässt uns nicht.“

Bei der Pontifikalvesper für Priester, Diakone und pastorale Berufe dankte der Bischof den im Dom versammelten Seelsorgern für ihren Einsatz. „Ich bin dankbar für jeden Einzelnen, der in unserem Bistum den Dienst tut – auch jetzt in diesen nicht ganz einfachen Zeiten des Umbruchs“, sagte Bischof Jung. Es seien vor allem Zeiten, die die Seelsorgerinnen und Seelsorger persönlich im Innersten beträfen. Fortschritt im geistlichen Leben mache nur der, der über sich hinausschaue, der in dieser Situation frage, was der Kirche von Würzburg mehr diene, und wie der Kirche von Würzburg jetzt in dieser Situation mehr geholfen werde. „Es geht um nichts anderes als das Einlösen unseres Taufversprechens: Getauft auf den Tod des Herrn, um mit ihm neu aufzuerstehen zu ihm.“

„Jesus selbst bietet Wohnung bei sich an“, sagte Bischof Jung beim Gottesdienst für über 1500 Haupt- und Ehrenamtliche der Caritas und ihrer Fachverbände. Jesus selbst wolle Raum schenken und ermögliche es den Menschen dadurch, ein weites Herz für die Sorgen und Anliegen der Armen und Bedrängten zu haben.

Rund 400 Männer und Frauen nahmen an der Wort-Gottes-Feier der Einsatzkräfte und Notfallseelsorger teil. Weihbischof Boom dankte ihnen für den Einsatz für Menschen, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Wie die Frankenapostel hielten Notfallseelsorger, Rettungskräfte, Polizisten und Feuerwehrleute dabei oft den Kopf hin für andere.

Traditionell gehörte die Verleihung der kirchlichen Lehrbefugnis Missio canonica zur Wallfahrtswoche. Bischof Jung beauftragte beim Gottesdienst für die Verantwortlichen in Schule und Erziehung im Beisein von Schulreferent Domdekan Prälat Günter Putz 66 Religionslehrerinnen und -lehrer. Rund 800 Kinder und etwa 200 Erzieherinnen und Erzieher aus Stadt und Landkreis Schweinfurt und der Region Kitzingen zogen beim Tag der Kindergärten von der Pfarrkirche Sankt Burkard zum Dom. Dort feierten sie mit Bischof Jung einen kindgerechten Gottesdienst.

Mit Trachtengruppen und Fahnenabordnungen ihrer Landsmannschaften feierten rund 400 Gläubige den Kiliani-Wallfahrtstag der Aussiedler und Vertriebenen am Samstag, 15. Juli, im Würzburger Neumünster. Beim Kiliani-Tag der Jugend am Samstag, 15. Juli, feierte Bischof Jung mit rund 400 Jugendlichen im Dom einen Gottesdienst. Gott könne und dürfe jeder Mensch sein Leben lang suchen, sagte der Bischof. Vor allem der Jugend sei dieses Urrecht gegeben, zu fragen, zu hinterfragen und zu suchen. Im Innenhof des Kilianeums-Haus der Jugend klang der Abend bei alkoholfreien Cocktails, Stockbrot und Livemusik aus.

Wie in den Vorjahren auch waren die vier der Wallfahrtswoche vorgeschalteten Gottesdienste für Ehepaare, die seit 25, 50, 60 oder 65 Jahren verheiratet sind, ein Besuchermagnet. „Diese gelebte Treue in der Hauskirche der Ehe wollen die deutschen Bischöfe gerade auch in konfessionsverbindenden Ehen noch einmal besonders gewürdigt wissen“, sagte Bischof Jung vor den Ehejubilaren. Lange sei intensiv darum gerungen worden, wie ein geistlicher Weg aussehen könnte, an dessen Ende im Einzelfall eine Zulassung des evangelischen Partners zur Kommunion stehen könnte. „Ich werde in der kommenden Zeit diese Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz mit den diözesanen Räten noch einmal intensiv diskutieren. Für heute aber, den Tag der Ehejubiläen, möchte ich für konfessionsverbindende Ehen, in denen die beiden Partner einander so lange die Treue gehalten haben, die Einladung zur Eucharistie aussprechen, wenn sie sich innerlich dafür disponiert fühlen“, betonte Bischof Jung im Kiliansdom.

Insgesamt 14 Helferinnen und Helfer des Malteser-Hilfsdiensts (MHD) betreuten während der gesamten Wallfahrtswoche die Pilger und leisteten insgesamt über 240 ehrenamtliche Stunden Sanitätsdienst bei allen Veranstaltungen der Kiliani-Wallfahrt und den vorgeschalteten Ehejubilarsgottesdiensten. Dabei verzeichneten sie 26 Hilfeleistungen, meistens Kreislaufbeschwerden. Viermal musste der Rettungswagen gerufen werden. Kiliani-Manager Matthias Reichert blickte sehr zufrieden auf die Wallfahrtswoche. „Es hat alles bestens geklappt. Das Wetter war zu Beginn sehr heiß, aber insgesamt meist angenehm sonnig. Die Begegnungen auf dem Kiliansplatz, für die sich Bischof Jung viel Zeit nahm, wurden sehr gerne angenommen.“

mh/sti (POW)

(2918/0712; E-Mail voraus)

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