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„Gott hält und trägt mich“

Weihbischof Ulrich Boom feiert im Neumünster Kiliani-Gottesdienst für Aussiedler und Vertriebene – Brennende Kerzen erinnern an Herkunftsregionen

Würzburg (POW) „Gott ist immer da, wo wir uns aufmachen zu ihm.“ Das hat Weihbischof Ulrich Boom am Samstagvormittag, 14. Juli, beim Kiliani-Tag der Aussiedler und Vertriebenen betont. „Wir suchen nach Halt, wenn alles haltlos wird. Selbst als gläubiger Mensch holen mich bisweilen die Zweifel ein, ob der da ist, der diese Welt, die zu zerreißen droht, wirklich im Innersten zusammenhält. Glücklich der, der im Suchen Halt findet“, sagte er vor rund 400 Gläubigen im Neumünster.

Das Motto der diesjährigen Kiliani-Wallfahrtswoche – „Gott, mein Gott bist du, dich suche ich“ – gehe zurück auf König David, sagte der Weihbischof. Der habe darin seine Wüstenerfahrung von Leere und Trostlosigkeit, von Hitze am Tag und Kälte in der Nacht zum Ausdruck gebracht. „Der Beter fühlt sich in seiner Existenz bedroht. Ja selbst seine Frömmigkeit ist rissig und gespalten. Wir würden in unserer Religionsgemeinschaft der Christen sagen: Ist Gott überhaupt noch in der Kirche zu finden?“ Tief im Beter sei aber noch ein Keim, dass Gott stärker sein müsse als all das, was den Menschen erniedrigt und kleinmacht. „Er ist nicht Götze, sondern Gott, keine fromme Idee, sondern Lebensmacht und Lebenskraft.“

Dieses tiefe Vertrauen haben laut Weihbischof Boom auch die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan gehabt. „Das ließ sie aufbrechen und auf Fremdes, Ungewohntes, Neues zugehen – ohne zu wissen, ob alles gutgeht, aber im Vertrauen auf den, der alles gut macht: Gott.“ Kilian und seine Gefährten seien Migranten gewesen, „wie wir alle, seit es Menschen gibt, Migranten sind“. Nur wer alles verlasse, gewinne auch alles. „Gott hält und trägt mich. Er hat es mir gezeigt im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi.“ Für diese im wahrsten Sinn des Wortes Frohe Botschaft hätten die Frankenapostel den Kopf hingehalten. „Ein beeindruckendes Bild, das wir in den Reliquien verehren.“ In den Seligpreisungen der Bergpredigt sei die Rede davon, dass Gott auf der Seite der Armen und Trauernden, der Hungrigen und Dürstenden ist und bei denen, die Frieden stiften. „Wo wir in der Spur der Seligpreisungen sind, werden wir den finden, den wir in allen Umbrüchen und Veränderungen im Leben als Halt suchen: Gott, der uns in Jesus seine Liebe und Nähe gezeigt hat.“

Zur Gabenbereitung trugen die teils mit Trachten ihrer Herkunftsregionen bekleideten Heimatvertriebenen und Aussiedler große Kerzen mit den Wappen und den Namen ihrer alten und der neuen Heimat Franken zum Altar. Weihbischof Boom entzündete die Kerzen, die dann während der Eucharistiefeier neben dem Altar brannten. Fahnenabordnungen der verschiedenen Landsmannschaften sowie der Ackermann-Gemeinde sorgten zusätzlich für einen besonders feierlichen Charakter des Gottesdiensts.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Gläubigen auf dem Kiliansplatz, um untereinander und mit Weihbischof Boom und Bischof Dr. Franz Jung ins Gespräch zu kommen. Begeistert von der Feier im Neumünster zeigte sich, stellvertretend für viele andere, Alwin Müller, Fahnenträger der Banater Schwaben. „Es ist immer wieder schön, diesen Gottesdienst mit Gleichgesinnten feiern zu können“, sagte er. Vor allem die Gestaltung mit Elementen wie den Kerzen habe er als sehr ansprechend empfunden. 

Der Wallfahrtstag klang am Nachmittag in der Marienkapelle mit einer ökumenischen Andacht mit Diözesan-Aussiedler- und Vertriebenenseelsorger Pfarrer Adam Possmayer, Pfarrer Georg Felme von der Evangelischen Kirche Siebenbürgen, Pfarrer Ghelasie Pacurar von der Rumänisch-Orthodoxen Gemeinde Heiliger Andreas Würzburg, Subdiakon Johann Ün von der Syrisch-Orthodoxen Glaubensgemeinschaft Würzburg sowie Priester Gebremariam Mulualem von der Äthiopisch-Orthodoxen Gemeinde Sankt Marqos aus.

mh (POW)

(39 Zeilen/2918/0708; E-Mail voraus)

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