Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Vergebung ist der Motor für die Liebe

Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran feiert Gottesdienst mit Ehepaaren, die 2020 oder 2021 ihr silbernes Ehejubiläum begehen – Einzelsegen mit Abstand – Gebet für die Opfer der Gewalttat vom Barbarossaplatz

Würzburg (POW) Mit rund 80 Ehepaaren aus der ganzen Diözese hat Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran am Freitagabend, 25. Juni, einen Pontifikalgottesdienst gefeiert. Eingeladen waren Ehejubilare, die in den Jahren 2020 und 2021 auf 25 gemeinsame Jahre zurückblicken. In seiner Begrüßung bat der Generalvikar die Gläubigen um ihr Gebet für die Opfer der Gewalttat, die sich am späten Nachmittag auf dem Barbarossaplatz in Würzburg ereignet hatte. „Würzburg ist erschüttert von einem Amoklauf. Wenn wir jetzt im Dom zusammen sind, dann wollen wir besonders für die Opfer und die Angehörigen beten in dieser schweren Stunde.“

Der Festgottesdienst für Ehejubilare war der sechste von insgesamt 18, die der diesjährigen Kiliani-Wallfahrtswoche vorgeschaltet sind. Gemeinsam erneuerten die Jubelpaare im Dom ihr Eheversprechen. Nach dem Gottesdienst ließen sich die Ehepartner von Generalvikar Vorndran, Domkapitular Dompfarrer Stefan Gessner sowie weiteren Priestern, darunter die Diakone Franz Huth und Thomas Wolf, mit Abstand segnen. Die traditionelle Begegnung auf dem Kiliansplatz im Anschluss an den Gottesdienst musste aufgrund der Coronapandemie entfallen.

Zur Bildergalerie

Heute sei die Gelegenheit, „einmal darüber nachzudenken, was sich in den letzten 25 Jahren an Lebenserfahrung und an Beziehungserfahrung eingestellt hat, wo es Prozesse des Wachstums und des Reifens gegeben hat, und wo Sie auf der anderen Seite an Grenzen gestoßen sind“, sagte der Generalvikar. In seiner Predigt verglich er die Ehe mit einem Weinstock. Ein guter Weinstock brauche seine Jahre, bis er die besten Früchte bringe. Mit zunehmendem Alter nehme der Ertrag ab, die Konzentration der Inhaltsstoffe in den Trauben nehme jedoch zu. Das lässt sich nach den Worten des Generalvikars auch auf die Lebens- und Beziehungserfahrung der Ehejubilare übertragen. „In all diesen Jahren haben Sie alte und neue Fähigkeiten bei sich und beim anderen entdeckt, haben sie entfaltet und umgesetzt. Aber sicher sind Sie auch an Grenzen gestoßen, die wehgetan haben. Vielleicht hat sich nach einem Konflikt und selbst nach einem Schicksalsschlag im Nachhinein ein Reifeprozess ergeben, der Ihr Leben danach hat konzentrierter werden lassen.“

Was für die Beziehung gelte, das gelte auch für den Glauben. „Je älter einer ist, umso mehr Erfahrungen hat er oder sie im Glauben sammeln können“, fuhr der Generalvikar fort. „Unglaublich viel können wir erreichen, alles können wir gewinnen, wenn wir nur so mit Jesus verbunden sind und bleiben wie die Reben mit dem Weinstock. Jesus Christus selber ist der Garant für das Wachstum“, erklärte Vorndran. Das Gleichnis vom Weinstock und den Rebzweigen klinge wie eine „Gegenrede“ gegen die Ängste vor dem Älterwerden. Ein „Großes Gewächs“ – die höchste Klassifikation der besten Weinlagen – könne nur von einem alten Weinstock erreicht werden, der mindestens 25, 30 Jahre lang Frucht getragen habe.

Bei der Eheschließung vor 25 Jahren seien die Geigen sicherlich im siebten Himmel gehangen, sagte der Generalvikar zu den Ehejubilaren. In der heutigen Lesung dagegen habe man gehört: „Ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens.“ „Einander in Liebe ertragen, das heißt auch, den anderen mittragen, wenn er oder sie gerade etwas tut, was man selbst so nicht gemacht hätte, es aber mitträgt – aus Liebe“, erklärte der Generalvikar. Die Liebe lehre auch, dass der andere an seinen Grenzen leide und es ihm oder ihr guttue, mit Güte darauf zu reagieren und auch so die Grenzen des anderen mitzutragen. Unablässiger Motor dafür sei die ständige Vergebungsbereitschaft. Sie löse das Versprechen ein, zum anderen immer wieder Ja zu sagen und so das Jawort aus dem Trauungsgottesdienst vielleicht noch einmal existenzieller in einem Jawort der Versöhnung neu zu sprechen.

„Wo immer wir an unsere Grenzen stoßen, im Leben und in der Beziehung, im Glauben, da dürfen wir Gott um seine Hilfe bitten“, betonte Vorndran. „Er hat sich mit Ihnen im Sakrament der Ehe verbunden. Der Auferstandene begleitet Sie auf Ihrem ehelichen Weg durchs Leben. Er will Ihnen immer wieder neue Kraft geben, dass Sie sich in Liebe tragen und ertragen, dass Sie darin von Tag zu Tag mehr reifen, wie der Weinstock, den der Winzer auch manchmal zurückschneiden muss“, fuhr der Generalvikar fort. „Wenn wir Ja dazu sagen, dass auch der Weinstock unseres Lebens von Jahr zu Jahr reifen will, dann kann aus jeder und jedem von uns ein unverwechselbares ,Großes Gewächs‘ werden mit einzigartigem Geschmack.“

sti (POW)

(2621/0613; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung