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Kiliani-Wallfahrtswoche 2019

„Wo Hass herrscht, kann es nie gut enden“

Weihbischof Ulrich Boom feiert in der Marienkapelle Kiliani-Gottesdienst für Aussiedler und Vertriebene – Weihbischof warnt vor Populismus und einfachen Lösungen

Würzburg (POW) Vor Populismus und einfachen Lösungen hat Weihbischof Ulrich Boom am Samstagvormittag, 13. Juli, beim Kiliani-Tag der Aussiedler und Vertriebenen gewarnt. Das Nagelkreuz, das beim Einzug vorangetragen wurde, solle an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erinnern, aber auch an die Schrecken, welche die Menschen immer wieder verbreiten, sagte der Weihbischof vor mehr als 200 Gläubigen in der Würzburger Marienkapelle. Auch heute gebe es Flüchtlinge und aus ihrer Heimat Vertriebene: „Wo Hass vorherrscht, kann es nie gut enden. Selig sind die, die Frieden stiften.“ Einen besonderen Dank sprach der Weihbischof der Ackermann-Gemeinde Würzburg sowie allen, die sich für Frieden und Versöhnung in der Welt einsetzen, aus.

Das Jahresmotto der diesjährigen Kiliani-Wallfahrtswoche passe gut zu den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan, sagte Weihbischof Boom in seiner Predigt. Diese seien im sechsten Jahrhundert aus gesicherten Verhältnissen aufgebrochen, um das Evangelium nach Europa zu bringen. Tief in ihren Herzen hätten sie gewusst, dass Gott nicht in gesicherten Verhältnissen zu finden sei, sondern überall da, wo man ihn suche. Anstelle von Verzagtheit wären sie von Kraft, Liebe, Besonnenheit und einem tiefen Vertrauen in Gott getragen worden. Das gelte auch für die Männer und Frauen, die in einer zweiten Missionswelle aus Irland und England gekommen seien. „Wer verzagt ist, kann sich auf nichts Neues einlassen. Alles Neue birgt Ungewohntes und Fremdes. Aber Gott will uns eben nicht Verzagtheit geben, Gott will uns den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit schenken“, leitete der Weihbischof über zum Motto der Kiliani-Wallfahrtswoche. Gott sei stärker als alles, was die Menschen kleinmache und erniedrige. Gott liebe den Menschen nicht aufgrund seiner Leistungen: „Wir sind bei Gott nicht be-liebt, sondern ge-liebt, mit der Geschichte, die wir haben, und der Geschichte, die wir machen“, erläuterte Weihbischof Boom.

„Wir leben in einem Land, in dem wir über 70 Jahre im Frieden leben konnten. Da ist es leicht, dass man übermütig wird“, fuhr der Weihbischof fort. „Wie gefährlich ist es, wenn man dem Populismus und den einfachen Lösungen folgt? Es ist brandgefährlich.“ Das machte er am Beispiel der Marienkapelle deutlich. Sie stehe an diesem Ort, weil Würzburger Bürger das jüdische Viertel niedergebrannt hätten. Vor rund 70 Jahren, beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945, sei die Kapelle dann komplett zerstört worden. „Wen wir populistischen und einfachen Lösungen folgen, wenn nicht Besonnenheit regiert, dann ist die Finsternis nah“, mahnte der Weihbischof. Licht und Erleuchtung jedoch schenke nur Gott allein. „Ich wünsche uns allen, dass wir ermutigt durch das Vorbild der Glaubenszeugen Kilian, Kolonat und Totnan selbst Christus bezeugen durch unser Leben. Nicht in einem Geist der Verzagtheit, sondern getragen vom Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Auf den traditionellen Kerzengang zum Altar wurde aus Platzgründen verzichtet. Stattdessen entzündete Hans-Peter Dörr, Diözesanvorsitzender der Ackermann-Gemeinde, einzeln die Kerzen mit den Wappen sowie den Namen der alten und der neuen Heimat Franken. Sie brannten dann während der Eucharistiefeier vor dem Altar. Fahnenabordnungen der verschiedenen Landsmannschaften sowie der Ackermann-Gemeinde sorgten für einen besonders feierlichen Charakter des Gottesdiensts. Teils waren die Gläubigen mit Trachten ihrer Herkunftsregionen bekleidet.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Gläubigen auf dem Kiliansplatz, um untereinander und mit Weihbischof Boom ins Gespräch zu kommen. Der Weihbischof habe sehr gut gepredigt, sagte Monika Kaupa. Zusammen mit Christina Zippert war sie in der Tracht der Banater Schwaben gekommen. Wegen der ausladenden Röcke verbrachten sie den gesamten Gottesdienst im Stehen. „Wir wollen die Bräuche weiterführen und an die Jugend weitergeben. Das, was wir von zuhause mitgebracht haben, wollen wir in die Welt hinaustragen“, erklärte Zippert.

Der Wallfahrtstag klang am Nachmittag in der Marienkapelle mit einer ökumenischen Andacht mit Oberstudienrat a. D. Monsignore Karlheinz Frühmorgen, Pfarrer Bogdan Puszkar von der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Pfarrer Georg Felme von der Evangelischen Kirche Siebenbürgen, Subdiakon Johann Ün von der Syrisch-Orthodoxen Glaubensgemeinschaft Würzburg aus.

sti (POW)

(2919/0780; E-Mail voraus)

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Zum Autor: sti (POW) (pow@bistum-wuerzburg.de)

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